Villafranca Tirrena… eine Gemeinde, die es zu entdecken gilt
Auf der einen Seite das Meer, die tyrrhenische Riviera mit Blick auf den natürlichen Zauber der Äolischen Inseln, auf der anderen Seite die Peloritani-Berge, ein leicht erreichbares Ziel für alle, die in eine unberührte Natur eintauchen möchten, die aufgrund ihrer Besonderheiten von unvergleichlicher Schönheit ist. Auf halbem Weg zwischen Messina und Milazzo gelegen, ist Villafranca Tirrena ein Ort, der zu Badeurlauben und angenehmen Aufenthalten einlädt.
Einst Bauso genannt, wurde Villafranca Tirrena 1825 eine eigenständige Gemeinde und behielt den Namen Bauso bis 1929 bei. Die ersten dokumentierten Nachrichten stammen aus dem Jahr 1271, als König Karl von Anjou Pierre Gruyer das Lehen Bàusus zusprach, das zuvor Enrico de Dissinto gehört hatte. In der aragonesischen Zeit gehörten die Lehen Bauso und Calvaruso verschiedenen Adelsfamilien. Im Jahr 1548 wurde die Baronie Bauso von Giovanni Nicola Cottone erworben.
Im Jahr 1590 ließ Stefano Cottone das Schloss wiederaufbauen, das zuvor in arabisch-normannischer Zeit errichtet worden war. 1591 erhob Kaiser Philipp II. das Lehen Bauso zur Grafschaft, und 1623 verlieh Philipp IV. Giuseppe Cottone den Titel eines Fürsten von Castelnuovo (ein anderer Name für die Grafschaft Bauso).
Unter den zahlreichen kulturellen Sehenswürdigkeiten ragt das „Santuario Ecce Homo“ in Calvaruso heraus, das unter anderem das „Museo della Devozione“ (Museum der Frömmigkeit) beherbergt. Dort werden eine Reihe von Statuetten des Bildhauers G. Gemolo aufbewahrt, die den „Kindermord von Bethlehem“ darstellen, sowie eine Holzstatue der hl. Margareta, einige heilige Bücher aus der alten Bibliothek des Klosters und weitere Objekte von bedeutendem kulturellem Wert.
Von künstlerischem Wert ist der Hochaltar des Heiligtums, über dem ein Gemälde eines unbekannten Meisters aus dem 16.–17. Jahrhundert thront, das die Unbefleckte Empfängnis, die hl. Anna, die hl. Klara, den hl. Franziskus und die hl. Margareta von Antiochia darstellt. Ein weiteres Werk im Heiligtum ist das hölzerne Ziborium auf dem Hochaltar. Verziert mit Perlmuttfriesen auf drei übereinanderliegenden Ebenen, stechen einige Statuetten hervor: der hl. Bonaventura, der hl. Paschalis Baylon, der hl. Franziskus, der hl. Antonius von Padua und das Kruzifix.
Besondere Erwähnung verdient die Holzstatue des Ecce Homo, die von Frater Umile da Petralia im Auftrag des Fürsten Moncada geschaffen wurde.
Die Dörfer Castello, Calvaruso und Serro repräsentieren die alte Seele des Ortes. Diese bewahren noch viele alte architektonische Merkmale: Einige Häuser hüten eifersüchtig handgemeißelte Steinblöcke, wie Säulen und Torbögen. Viele Balkone werden von „Cagnola“ (Konsolen) getragen, die von Steinmetzen aus dem vor Ort abgebauten Stein (Pietra di Bauso) gefertigt wurden.

